Geschichte

Das Fach Geschichte wird durchgehend von der 7. Klasse bis zum Abitur unterrichtet. Über Inhalte und Themen des Geschichtsunterrichts sowie über die zu erwerbenden Kompetenzen informieren die Rahmenpläne für die Sekundarstufe I und Sekundarstufe II.

Was ist das Ziel des Geschichtsunterrichts? Eine sehr bündige Antwort lautet: Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler zum historisch-politischen Denken zu befähigen. Ausschlaggebend für diese Zielsetzung ist die geschichtstheoretische Einsicht, dass es historische Fakten (und das heißt: „die Geschichte“) nicht an sich gibt. Vielmehr erzeugt erst die immer von Gegenwartsinteressen abhängige Deutung der Vergangenheit das, was wir „Geschichte“ nennen; historische Fakten sind stets in einem Deutungskontext organisiert und von diesem bestimmt.
Der Geschichtsunterricht zielt daher nicht (anders als ein immer noch verbreitetes Vorurteil besagt) darauf ab, Wissen von Namen, Daten und Fakten zu vermitteln. Es geht vielmehr um die Entwicklung der Fähigkeit zu reflektierter Auseinandersetzung mit historischen Phänomenen und ihren Deutungen. Ein breites Tatsachenwissen, das im ganzen Spektrum der Fächer erworben wird, ist hierfür allerdings die unentbehrliche Voraussetzung.

Im Unterricht geht die Beschäftigung mit historischen Sachverhalten von Problemen aus. Erst wenn eine Frage da ist, beginnen die Quellen zu sprechen. Über die lebendige Arbeit an einer Problemstellung werden die Schüler in die Erkenntnis historischer Phänomene verwickelt. Das historische Lernen vollzieht sich im Schulalltag in der Beschäftigung mit den Quellen und darstellenden Texten, die die Lehrbücher bieten, kann aber in der Begegnung mit Zeitzeugen oder bei Gedenkstättenbesuchen auch Unmittelbarkeit und konkrete Anschaulichkeit gewinnen. Fahrten zu den KZ-Gedenkstätten in Wöbbelin und Neuengamme sind fester Bestandteil des schulinternen Lehrplans. In Schwerin selbst bietet das „Dokumentationszentrum für die Opfer der Diktaturen in Deutschland“ Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit der Thematik an originalen Zeugnissen, und auch das architektonische Erbe der Stadt kann als Fahrstuhl in die Geschichte benutzt werden.

Übergreifende Zielperspektive des Geschichtsunterrichts ist die Entfaltung eines reflektierten, auf historische Einsichten gegründeten Geschichtsbewusstseins, das in die Lage versetzt, die eigene Gegenwart in ihrer historischen Bedingtheit sowie umgekehrt die Geschichte in ihrer Gegenwartsbezogenheit zu durchschauen und eine eigene Position im historischen und politischen Diskurs dieser Gegenwart zu gewinnen. An dieser Stelle wird auch die inhaltliche Verschränkung von Geschichtsunterricht und politischer Bildung deutlich; das Konzept des „mündigen Bürgers“ ist folgerichtig ein gemeinsames Leitbild.

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