13-Jähriger beginnt Studium
Klavier-Talent Erik Jahn in die Förderklasse der Hochschule für Musik und Theater Rostock aufgenommen
SCHELFSTADT Erik Jahn ist 13 Jahre alt und bereits Schüler der 10. Klasse am Gymnasium Fridericianum. Doch der hochbegabte junge Mann ist nicht nur in der Schule ein Genie, sondern auch ein sehr talentierter junger Musiker. Gemeinsam mit dem Oboisten Max Vogler hat er beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ einen ersten Preis geholt und wurde beim nachfolgenden Preisträgerkonzert am „Wochenende der Sonderpreise“, kurz Wespe genannt, für sein Vorspiel einer Hindemith-Sonate für Klavier und Oboe aus dem Jahre 1938 erneut mit einem Preis ausgezeichnet. „Folgerichtig greift jetzt das System der Begabtenförderung“, sagt Volker Ahmels, sein Klavierlehrer, der ihn seit drei Jahren betreut. Nach der Aufnahme in die „Yaro“, die „Young Academy Rostock“ hat Erik Jahn nun auch die Aufnahmeprüfung für die Frühförderklasse der Hochschule für Musik und Theater in Rostock (HMT) bestanden. „Es lief super. Ich habe Beethoven, Debussy und Bach auswendig gespielt. Nach 20 Minuten hatte ich bestanden“, erzählt der 13-Jährige. Damit ist er seit heute offiziell Student an der HMT und bekommt jede Woche anderthalb Stunden Einzelunterricht bei Professor Bernd Zack sowie eine Dreiviertelstunde Musiktheorie vermittelt. „Parallel bleibt Erik aber auch Schüler des Konservatoriums“, sagt Ahmels. Damit soll gewährleistet werden, dass der junge Pianist auch während der Semesterferien regelmäßig unterrichtet wird. Für Erik Jahn ist Musik ein unverzichtbarer Teil seines Lebens, wenngleich nicht alles. Der Hochbegabte interessiert sich nämlich auch brennend für Physik und Mathematik, insbesondere Teilchenphysik. „Ich weiß noch nicht, was ich später einmal werden will“, sagt der junge Schweriner. Denn unter den Berufsmusikern sei insbesondere bei Pianisten die Konkurrenz extrem groß. Doch noch hat der 13-Jährige ja auch noch Zeit. Als Wunderkind sieht er sich jedenfalls keineswegs. „Alle erfolgreichen Musiker haben extrem viel geübt“, versichert der junge Mann. Er selbst spiele täglich mindestens zwei Stunden, vor Auftritten noch mehr. Und deren Zahl nimmt seit dem Bundesfinale deutlich zu. „Erik ist nicht nur begabt, sondern auch sehr zielstrebig und interessiert. Das bringt ihn enorm voran“, sagt sein Lehrer zufrieden.
Bert Schüttpelz