Abiball Traum geplatzt: Für viele Abiturienten fällt das große Fest zum Ende ihrer Schulzeit dieses Jahr aus.
10. Juni 2020

Abitur ganz ohne Party

Mottowochen und große Bälle fallen aus: Hunderte enttäuschte Schüler planen um und werden sogar politisch aktiv

Von Maren Ramünke-Hoefer und Heiner L. Beisert

SCHWERIN/UMLAND Es sollte einer der schönsten Tage in ihrem Leben werden. Mit viel guter Laune, Umarmungen, Musik, üppigem Essen, schicken Klamotten, langen Reden und einem rauschenden Fest. Schließlich geht ein wichtiger Lebensabschnitt zu Ende. Doch für die Abiturienten des Jahrgangs 2020 war nicht nur die Prüfungszeit extrem, auch das Ende der Schulzeit wird in Corona-Zeiten anders begangen als je zuvor. Die Bälle sind abgesagt. Wie gehen die Abiturienten damit um?

Nikolas Voland von der Internationalen Schule Ecolea wurde politisch aktiv: Er startete eine Petition, gerichtet an Bildungsministerin Bettina Martin. Er schreibt: „Ohne zu murren haben wir die Entscheidungen der Kultusministerkonferenz geduldet und unsere Abiturprüfungen unter besonderen Bedingungen geschrieben. Ebenso sind unsere Mottowochen, feierlichen Zeugnisübergaben und letzten Schultage wurden uns genommen. All das haben wir in der Hoffnung akzeptiert, wie die anderen Jahrgänge vor uns, unseren Abiball feiern zu dürfen.“

Der Vorschlag, ohne Musik, Essen, Tanzen oder Tanzen zu feiern, klinge mehr wie ein Vorwand, um die Schüler zu besänftigen. „Ein vernünftiger Vorschlag für einen gebührenden Abschluss. „Es stellt kein Problem dar, die Abibälle abzusagen, weil es zu schwierig wäre, die Corona-Regeln zu halten, um niemanden zu gefährden“, findet Nikolas Voland. Offiziell erlaubt ist das noch nicht.

Am Fridericianum haben sich die knapp 120 Abiturienten mit der Situation mehr oder übel arrangiert. Mit 500 bis 600 Personen sollte eigentlich am 20. Juni im Belasso gefeiert werden. „Wenn die Umstände es zulassen, wollen wir unser Fest im September nachholen. Es sind schon konkrete Termine anvisiert“, sagt Abiturientin Antonia Lorenzen. „Natürlich war die eine gewisse Enttäuschung mit. Gerade haben wir schon so viel Mühe und Arbeit in die Planung geflossen ist. Geld wurde eingesammelt und jetzt müssen wir nach passenden Angebote suchen, damit das Geld bei uns bleibt.“

Auch die Abiturienten des Goethe-Gymnasiums für die fast 100 Schüler war schon für kommenden Sonnabend in der Kongresshalle geplant. „Er fällt nach derzeitigem Stand restlos aus“, sagt Geschichtslehrerin Hannah Serena Krause. „Manche meiner Mitschüler wünschen sich, dass der Ball nachgeholt wird.“

Nach der Absage der Schule sei der in diesem Jahr lediglich intern vorgegangen. Die Erzählungen der anderen Schulen sind alle App-Mutungen, dass wir mit dem Abitur etwas erleben, das vergleichsweise episch ist.“

Im Schweriner Umland sieht es ähnlich aus. Das Gymnasium am Sonnenberg Crivitz plant für den 19. Juni eine feierliche Übergabe der Abschlusszeugnisse. Dabei dürfen die Abiturienten von zwei Mitgliedern der Kernfamilie begleitet werden. Im September wollten die Abiturienten dann ihren Ball eigentlich nachholen. Da zu diesem Zeitpunkt aber schon viele ehemalige Schüler aus den Studienorten umgezogen sein dürften, wurde der Plan verworfen. „Stattdessen feiern wir wohl einfach im Familienkreis oder in kleinen Gruppen von Freunden“, sagt Abiturientin Nele Heitmann.

Die Situation gestaltet sich am Gymnasialen Schulzentrum Felix Stillfried in Stralendorf nicht weniger kompliziert. Leonie Smettons, Abiturientin des Jahrgangs, zeigt sich jedoch verständnisvoll: „Ja, klar, die Enttäuschung ist groß. Auf Mottowoche und Abiball haben sich alle gefreut. Jedoch wollen wir auch nicht Freunde und Familienangehörige unnötig in Gefahr bringen.“

Voraussichtlich werde sich die Situation verschlechtern sich nicht wieder, haben wir vor, den Abiball Mitte oder Ende September nachzuholen. Dann jedoch nicht im Wittenburger Alpincenter, wie es eigentlich im Juni geplant war“, fügt sie hinzu.

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