7. Dezember 2024

Amira Al Khaled aus Syrien ist jetzt Deutsche

415Menschen aus 32 Staaten sind im vergangenen Jahr in Schwerin eingebürgert worden. ImFridericianumgabes eine Feierstunde für die neuendeutschenStaatsbürger. Von Christian Koepke SCHWERIN – 2015 floh sie vor dem Bürgerkrieg in ihrer syrischen Heimat nach Deutschland. Nun ist Amira Al Khaled selbst Deutsche. Mit ihrem Mann und den drei Kindern lebt die junge Frau in Schwerin. „Meine jüngste Tochter Fatima wurde schon in der Landeshauptstadt geboren“, sagt Amira Al Khaled. Sie wolle ankommen in ihrem neuen Zuhause, einfach dazugehören, deshalb habe sie sich im vergangenen Jahr für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden. Insgesamt 415 Menschen aus 32 Staaten sind 2023 in Schwerin den Weg von Amira Al Khaled gegangen und eingebürgert worden. Zwei Drittel der Eingebürgerten kamen aus Syrien, gefolgt von der Ukraine und Afghanistan. Aber auch Iran, Polen, Ägypten, Rumänien, Armenien, Tschechien, Griechenland, Moldau, Irak, Marokko, Aserbaidschan, Bulgarien, Kamerun, Russland, Serbien, Tunesien, Brasilien, Eritrea, Frankreich, Georgien, Indonesien, Kasachstan, Mexiko, Peru, Schweiz, Somalia und Vietnam waren als Herkunftsländer vertreten. Bei einer Feierstunde in der Aula des Fridericianums beglückwünschte Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) die neuen deutschen Staatsbürger. „Die aktuellen Einbürgerungen zeigen, dass viele Menschen, die kriegsbedingt aus ihrem Heimatland Syrien flüchten mussten, die Chance ergriffen haben, in unserer Stadt ein neues Leben zu beginnen und hier heimisch zu werden.“ Auch Schwerin sei in vielen Berufsfeldern auf Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland angewiesen, so Badenschier. „Die Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft ist in jedem Fall ein Bekenntnis zu unseren Werten und unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Die Einbürgerung ermöglicht zudem die volle politische Teilhabe in unserer Stadt.“ In der Landeshauptstadt leben derzeit 11.066 Ausländer aus knapp 100 Nationen, darunter 3144 ukrainische Staatsbürger. „Wir rechnen damit, dass sich der Wunsch nach Einbürgerung durch die neuen Möglichkeiten des Staatsbürgerschaftsrechts nochmals deutlich erhöhen wird“, erklärte der Oberbürgermeister. Dem werde die Verwaltung bei der personellen Ausstattung der Behörde Rechnung tragen. Wichtigste Voraussetzung für den Zugang zur Staatsbürgerschaft bleibt im Regelfall ein fünfjähriger Aufenthalt in der Bundesrepublik. Seit Inkrafttreten des neuen Staatsangehörigkeitsrechts ist bei besonderen Integrationsleistungen oder einer Eheschließung beziehungsweise einer Lebenspartnerschaft mit einem Deutschen aber eine verkürzte Wartezeit von drei Jahren möglich. Feierte im Fridericianum ihre Einbürgerung: Amira Al Khaled mit ihrer jüngsten Tochter Fatima und der Schwerinerin Martina Etzrodt, die die aus Syrien geflüchtete Familie begleitet FOTO: CHRISTIAN KOEPKE Bewerber um die deutsche Staatsbürgerschaft müssen außerdem nicht mehr ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufgeben, um Deutsche zu werden. „Die Einbürgerung ist das stärkste Bekenntnis zu Deutschland“, sagte Staatsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD), die am Festakt teilnahm. „Ich wünsche mir, dass viele dem Beispiel der Menschen hier heute folgen und deutsche Staatsbürger werden.“ Und was wünscht sich Amira Al Khaled? „Ich möchte, dass meine Kinder gut durch ihre Schulzeit kommen, dass wir als Familie ruhig und sicher leben können.“ Und dann fügt sie noch hinzu: „Schwerin ist eine schöne Stadt.“

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