Amsterdam zwischen Grachten und Gedanken: Auf Spurensuche in Amsterdam
Sonntagmorgen, 7:20 Uhr, Hauptbahnhof Schwerin: Der Start eines aufregenden Abenteuers. Also schnallt euch an, ich nehme euch mit auf eine kleine Reise durch meine Erinnerungen.
Für mich begann der Tag übrigens mit einer kleinen Tradition – zu spät kommen. Aber keine Sorge, ich habe es (natürlich schnaufend) geschafft. Die Reise nach Amsterdam war relativ entspannt. Nach fünfmal Umsteigen, neun Stunden Fahrt und drei lustigen „Wahrheit oder Pflicht”-Runden für Jolina (Notiz: Zug aufräumen ist jetzt ihr Ding) erreichten wir endlich das Ziel. Jedoch begrüßte Amsterdam uns mit einer Horde rücksichtsloser Radfahrer – ich dachte immer, die in Deutschland wären schlimm. Unser Hostel „Clink” war nur per Fähre erreichbar. Klingt cool, nicht? War es auch – zumindest, wenn man auf Sonnenuntergänge steht, die in Amsterdam extra schön sind. Aber das eigentliche Highlight war das Hostelzimmer: Vier Mädels, geschlossene Fenster und eine bunte Mischung aus Parfums und Deos. Atemberaubend im wahrsten Sinne. Immerhin war das Zimmer sauber. Am nächsten Morgen ging es pünktlich um 9 Uhr los – also fast pünktlich, denn wir Schüler und Pünktlichkeit… naja. Erste Station: eine Grachtenfahrt. Zugegeben, es war ziemlich cool, Amsterdam vom Wasser aus zu sehen, auch wenn wir zwischen Touristen gequetscht waren wie Sardinen in der Dose. Danach stand das Anne-Frank-Haus auf dem Plan. Beeindruckend, bewegend und vor allem ein Ort, der mir wieder gezeigt hat, wie wichtig es ist, Geschichte nicht zu vergessen. Nach dieser ernsten Stimmung brauchten wir eine Pause – und Freizeit. Natürlich landeten meine Freundinnen und ich auf der Shoppingmeile. Aber glaubt nicht, dass das eine Erholung war! Nach zwei Stunden Marathonshopping krochen wir mit schmerzenden Füßen zur Straßenbahn. Während meine Freundinnen einsteigen durften und die Tür sich plötzlich bei mir schloss… stand ich draußen und winkte verzweifelt. Danke, Amsterdam, für diese Lektion in Geduld. Abends saßen wir dann mit Herrn Strobel und „Stadt Land Vollpfosten” im Chill-Raum des Hostels. Wir lachten so laut, dass wir vermutlich den ganzen Raum für uns allein hatten. Ups. Dienstag begann wissenschaftlich: Wir besuchten „Micropia”, ein Museum voller Mikroben, und danach das NEMO Wissenschaftszentrum. Beides super spannend. Danach hatten wir wieder Freizeit. Und was haben wir gemacht? Richtig, shoppen. Apropos: Luftige Röcke und Wind sind keine gute Kombination. Merkt euch das. Mittwoch war Kultur pur: Zuerst ins Van Gogh Museum, wo ich es trotz Menschenmassen geschafft habe, ein paar der berühmten Gemälde zu bestaunen. Danach ging’s ins Amsterdam Dungeon – und hier hörte mein Mut auf. Während andere das Gruselkabinett spannend fanden, klammerte ich mich wie ein Kind an Eva und ertrug es tapfer. Jolinahingegen schickte mit ihrem Schreien die Geister endgültig in den Ruhestand. Zum Abschluss gab es die „This is Holland”-Flugsimulation. Das war mein persönliches Highlight. Ich meine, wer will nicht durch Amsterdam fliegen? Unser letzter Tag war zur freien Gestaltung. Meine Mädels und ich starteten im NXT-Museum. Danach besuchten wir „Fabric of Lights“, eine Ausstellung, in der Gemälde per Projektion zum Leben erweckt wurden. Es war magisch – bis wir wieder shoppen gingen. Zurück im Hostel begann der härteste Kampf der Reise: Ich gegen meinen Koffer. Wie schafft es solch ein Ding, so stur zu sein? Nach einem epischen Kampf passte dann alles rein, aber vergeben habe ich den Koffer bis heute nicht. Abends verabschiedeten wir uns ein letztes Mal vom Rotlichtviertel. Am Freitagmorgen hieß es Abschied nehmen. Nach einem letzten Hostel-Frühstück machten wir uns auf die Heimreise. Es war ein bisschen wie das Finale einer Netflix-Serie: Man weiß, dass es zu Ende geht, aber man will es nicht wahrhaben. Die Rückfahrt? Nennen wir sie “fast reibungslos”. Die Deutsche Bahn musste natürlich ihre persönliche Note hinzufügen – Verspätungen und chaotische Umstiege. Trotzdem haben wir es geschafft: müde, erschöpft, aber immerhin unversehrt in Schwerin angekommen. Diese Reise hatte alles: Lachen, Kultur, Chaos und Radfahrer, die mich nachts in meinen Träumen verfolgen werden. Amsterdam, ich komme wieder – aber das nächste Mal vielleicht mit einem größeren Koffer…
– Nguyen My