Bericht von der Italienfahrt
Studienfahrt an den Golf von Neapel (13.09.–21.09.2025)
Unsere Studienfahrt mit Herrn Dr. Mielke und Frau Mathias an den Golf von Neapel begann am 13. September 2025. Die Anreise verlief nicht ohne Schwierigkeiten. Vom Schweriner Hauptbahnhof fuhren wir zunächst nach Berlin, dann weiter nach München und schließlich mit dem Nachtzug in Richtung Rom. In der Nacht kam es zu einer fünfstündigen Verspätung, die weitere Verzögerungen nach sich zog: Am Morgen mussten wir bereits in Florenz aussteigen. Dort wartete ein Ersatzbus, in den allerdings nicht alle passten, sodass zwei Schülerinnen und Frau Mathias getrennt vom Rest der Gruppe mit dem Zug nach Rom reisen mussten. In Rom kamen schließlich wieder alle zusammen und am 14. September, gegen 20 Uhr, erreichten wir unsere Unterkunft in Meta di Sorrento, nach einer Reisezeit von über 34 Stunden.
Doch die Anstrengungen der Anreise haben sich gelohnt. Unsere Bungalowsiedlung ‚Bleu Village‘ erstreckt sich über einen Abhang, der (leider über viele Treppen) direkt an den Strand hinabführt. Die meisten Bungalows befanden sich in einem guten Zustand, doch mussten sich zu viele Personen ein Badezimmer teilen: eine Dusche und ein Waschbecken für sieben Mädchen – das war anstrengend. Das Frühstücksbuffet war reichlich, für unsere Veganerinnen aber bot es m.E. zu wenig. Das Wetter war die gesamte Woche über sonnig, mit Temperaturen um die 28 Grad. Einige von uns hatten mit der Temperatur Probleme, da sie nicht so schlau gepackt hatten. Das Tragen von Jeans und langen Hosen während der Ausflüge war undenkbar. Unser Programm führte uns zu den bekanntesten archäologischen Stätten der Region, die nach einem Vulkanausbruch im Jahre 79 n. Chr. jahrhundertelang unter einer Schicht aus Asche, Bimsstein und Schlamm konserviert waren. Unser tägliches Transportmittel war die Schmalspurbahn Circumvesuviana.
Am ersten Tag fuhren wir nach Herculaneum, wo wir an einer zweistündigen Führung durch die antike Stadt teilnahmen. Die mehrstöckigen Häuser, die Fresken und die Holzobjekte gaben uns einen lebhaften Eindruck vom römischen Alltag. Das Highlight: In Herculaneum wurden bei Ausgrabungen seit 1982 in den Bootshäusern rund 300 Skelette von Menschen gefunden, die während des Vesuv-Ausbruchs dort Schutz suchten, aber durch die extreme Hitze starben. Harzabgüsse dieser Skelette konnte man sehen – ein unbehaglicher Anblick. Noch am selben Tag besichtigten wir die Ursache der Katastrophe: Nach einer Mittagspause fuhren wir mit dem Bus auf den Vesuv, für einige von uns war die Busfahrt von Übelkeit geprägt durch das kurvenreiche Fahren. Den Rest des Aufstiegs zum Kraterrand brachten wir zu Fuß hinter uns. Oben angekommen, konnten wir uns mit unseren eigenen Augen und Nasen davon überzeugen, dass der Vesuv noch immer ein aktiver Vulkan ist: An mehreren Stellen treten schwefelhaltige Dämpfe aus.
Der zweite Tag war ganz der Besichtigung von Pompeji gewidmet. Wir verbrachten dort acht Stunden bei sonnigem Wetter – und sehnten uns nach Wolken. Einen ersten Überblick verschafften wir uns am Vormittag durch eine professionelle Führung. Nach der Mittagspause teilten wir uns in zwei Gruppen auf, um an Spezialführungen, die einige von uns vorbereitet hatten, teilzunehmen (u.a. zu den Themen ‚Badekultur‘, ‚Bestattungskultur‘ und ‚Liebesleben‘). Für einige, besonders für unseren Lehrer Herr Dr. Mielke, waren die acht Stunden pure Bereicherung, und andere waren eher damit beschäftigt, bei der Hitze nicht zu schmelzen (vielleicht wurde ein- oder zweimal genörgelt). Hinzu kamen die unebenen Straßen der antiken Stadt; auf ihnen knickten an diesem Tag mehrere Mitschüler/innen um, glücklicherweise ohne ernsthafte Verletzungen. Somit ist klar: Seine reichen Schätze gibt Pompeji nur denjenigen preis, die bereit sind, Anstrengungen auf sich zu nehmen.

Am dritten Tag besuchten wir das Archäologische Nationalmuseum Neapel, das viele berühmte Funde aus Pompeji und Herculaneum beherbergt, darunter kostbare Kunstwerke wie das Alexandermosaik, die blaue Glasvase von Pompeji und zahlreiche Fresken, aber auch etliche Alltagsgegenstände. Im Museum befindet sich außerdem die Collezione Farnese, zu der berühmte Statuengruppen gehören wie die Tyrannenmörder. Legendär ist das Cabinetto Segreto, in dem Fundstücke mit erotischen Darstellungen versammelt sind. Für alle, die sich für die Antike interessieren, war es großartig, so viele Gegenstände, die z.T. schon aus dem Lateinunterricht bekannt waren, endlich einmal im Original sehen zu dürfen.
Am vierten Tag fuhren wir von Sorrent aus mit der Fähre nach Capri und besuchten die Ruinen der Villa Jovis, einer Residenz von Kaiser Tiberius. Diese befindet sich auf einer etwa 330 m hohen Steilküste; um hinaufzugelangen, muss man sehr viele Treppen steigen. Bis wir da waren, hat es aber etwas gedauert, weil sich unsere Lehrer verlaufen hat und zudem auf dem Weg ein paar Schüler/innen nicht Schritt hielten. Trotzdem sind wir dank Herrn Dr. Mielke angekommen. Auch an diesem Tag ist eine Schülerin umgeknickt, erneut ohne ernste Folgen. Doch die Aussicht sowie die Überreste der wuchtigen Architektur lohnten den Aufstieg. Dem gemeinsamen Besuch der Palastruine schloss sich die individuelle Erkundung der Insel an. Auffällig waren die hohen Preise: Für ein Zitroneneis in einer Zitrone etwa hat man 9 € gezahlt. Der vierte Tag war trotzdem mein persönliches Highlight, die Insel ist wunderschön! Nicht zu vergessen: die Ziegen an der Villa Jovis. Diese waren zutraulich wie Hunde und bettelten nach Futter. Eine Ziege wurde zur Fashion-Ikone; wir haben ihr eine Sonnenbrille aufgesetzt.

Am fünften Tag besuchten wir die Villa Oplontis, die vermutlich Kaiser Neros zweiter Frau Poppaea Sabina gehört hatte. Für eine Führung hatte Herr Dr. Mielke kurzfristig eine pensionierte Lateinlehrerin gewinnen können, die den Großteil ihres Ruhestands in Kampanien verlebt. Die prächtigen Wandmalereien und die Bauweise der Villa vermittelten einen guten Eindruck vom Luxus, den sich die Eliten der frühen Kaiserzeit gönnten. Die Führung war kostenlos, unser Guide bat lediglich darum, dass unsere Gruppe im Anschluss geschlossen in einem Restaurant Mittag aß, dessen Betreiber gerade einen Todesfall in der Familie zu verkraften hatten. Der Nachmittag war für uns frei, abends gingen wir gemeinsam bei Don Giovanni Pizza und Pasta essen, eine Pizzeria, die war 5 Minuten von unseren Bungalows entfernt war, und ich kann nur sagen, dass einige von uns dort nicht nur einmal essen waren.
Auf der Rückreise (inkl. Fahrt im Nachtzug von Rom nach München) erwies sich die Bahn erneut als nicht immer zuverlässig. Immerhin lief alles reibungslos, bis wir in Berlin ankamen. Dort jedoch fiel wegen der Modernisierungsarbeiten am Schienennetz unser Anschlusszug aus und ein geeigneter Ersatzzug ließ lange auf sich warten; mit erheblicher Verspätung erreichten wir Schwerin. Viele ließen sich bereits in Bad Kleinen von ihren Eltern mit dem Auto abholen, da wir fürchten mussten, auch den dortigen Anschlusszug zu verpassen. Insgesamt war die Fahrt trotz der anstrengenden An- und Abreise ein großartiges Erlebnis. Sie war selbstverständlich überaus lehrreich, da wir unser Wissen zur römischen Antike erweitert haben und nun konkreten Orten zuordnen können. Die Studienfahrt nach Italien war für mich das absolute Highlight meiner Schulzeit. Man hat seine Mitschüler/innen noch einmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Auch die gemeinsamen Momente mit unseren Lehrer/innen bleiben unvergessen; mit Herrn Dr. Mielke und Frau Mathias war es einfach lustig und angenehm. Bis heute sind die Geschichten von der Studienfahrt auf jeder Party ein Brüller und immer wieder eine Erzählung wert. Man nahm noch einmal den Spätsommer mit, sammelte einzigartige und ikonische Erinnerungen und erlebte einfach etwas ganz Besonderes. Ich kann diese Studienfahrt nur empfehlen, man sollte sie auf jeden Fall machen, auch wenn man vielleicht etwas besser packen sollte. Ich bereue keinen einzigen Moment und werde meinen Kindern später ganz sicher noch davon erzählen. Vielen Dank, nochmal an die Lehrer/innen für diese schöne (wenn auch herausfordernde) Studienfahrt.
Autorin: Maxi E. Stanke