6. Oktober 2012

Den Sternen ein Stück näher

Schweriner Planetarium feiert 50. Jahrestag seiner Eröffnung mit einer Festwoche und vielen öffentlichen Veranstaltungen

OSTORF Als beim Bau des Schweriner Fernsehturms einige Betonsegmente übrig blieben, hatten technikbegeisterte Bürger die Idee, die 1962 eröffnete schulastronomische Station auszubauen. Errichtet wurde auf dem Weinberg die weithin sichtbare Sternwarte mit Planetarium, in der seither Generationen von Schülern aus der Stadt und dem weiten Umkreis Astronomieunterricht bekamen und Freunde der Himmelskörper ihre Beobachtungen machen konnten. Diesen Blick zu den Sternen den Schwerinern auch weiterhin zu ermöglichen und allen Besuchern Sternstunden zu bescheren, das wünschten gestern Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow, CDU-Bundestagsabgeordneter Dietrich Monstadt und weitere Vertreter von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur beim Festakt zum 50. Jahrestag der Einweihung der Sternwarte. Mit Sternenbeobachtungen, Fachvorträgen, Ausstellungen, Kinderveranstaltungen und Konzerten wird dieses Jubiläum in den nächsten Tagen gefeiert. Den Auftakt bildete gestern Abend ein spannender Vortrag von Dr. Frank Sohl vom Luft- und Raumfahrtzentrum Berlin zum Thema „Mars – Ziel der Raumfahrt“. Die Sternwarte steht auf dem Weinberg oberhalb des Faulen Sees an einem für astronomische Beobachtungen besonders geeigneten Ort, da in der direkten Umgebung keine störende Lichtquellen vorhanden sind. Eröffnet wurde sie am 6. Oktober 1962 als Schulastronomische Station und war zu dieser Zeit die erste und einzige Einrichtung ihrer Art im Norden Deutschlands. Im unteren Teil des Gebäudes befindet sich das Planetarium. Hier wird eine perfekte Illusion des Himmels an die sieben Meter hohe Kuppeldecke projiziert. In der Kuppel des Gebäudes stehen mehrere Fernrohre, mit denen diverse Himmelskörper, darunter tagsüber die Sonne, beobachtet werden können und das vom Schweriner Werner Reimann entwickelte Teleskop. Es ist das größte im Selbstbau errichtete Teleskop Deutschlands. Seit 1993 gehört die Sternwarte zur Volkshochschule. Gemeinsam mit dem Astronomischen Verein Schwerin wird eine Vielzahl von Veranstaltungen organisiert, im vergangenen Jahr waren es 369 mit rund 7000 Besuchern. „Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der Schüler, die in der Sternwarte Astronomie- Unterricht sehr praxisnah bekommen, stetig gestiegen ist“, sagt die Sternwarten-Chefin Gabriele Arndt. Im vergangenen Jahr kamen rund 2400 Schüler in die Bildungseinrichtung. Fünf Referenten des Astronomischen Vereins geben im Planetarium ihr Wissen weiter. Unterricht für Schulklassen wird dienstags und donnerstags um 9, 11 und 13 Uhr angeboten. Beobachtungen sind auch kurzfristig möglich nach Absprache mit Gabriele Arndt oder Torsten Menz vom Astronomischen Verein unter Telefon 0385-51 28 44. Aber auch für Tagungen, Familienfeiern, Kindergeburtstage, Schul- und Betriebsausflüge wird die Sternwarte gern besucht. Hochzeitspaare können sich unter der Kuppel seit 2009 das Ja-Wort geben. Extraveranstaltungen zu speziellen Themen sind ebenfalls im Angebot. Auch verschiedene Kinderprogramme werden auf Anfrage durchgeführt. Ein Vortragsraum für etwa 20 Personen kann bei Bedarf zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. „Die Sternwarte ist für die Landeshauptstadt ein nicht mehr wegzudenkender außerschulischer Lernort. Hier haben Generationen von Kindern und Jugendlichen astronomisches Wissen vermittelt bekommen. Diese kulturelle Bildungsmöglichkeit wollen wir auch in Zukunft sichern“, sagte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Und das funktioniere am besten durch Leben in der Einrichtung. Dafür sorgen die Volkshochschule und der Astronomische Verein Schwerin, dessen Mitglieder sich ehrenamtlich für den Betrieb des Hauses engagieren.  Bert Schüttpelz

Montag, 8. Oktober 18 Uhr: Schüler stellen Schülern das Planetarium und die Sternwarte vor (Vortrag von Schülern des Fridericianums)

Die Kommentare sind geschlossen.

zurück