GROSSER DREESCH „Rund 20 Prozent unserer Schüler haben bislang keine Möglichkeit, richtig am Distanzunterricht teilzunehmen, weil ihnen schlichtweg die technischen Voraussetzungen fehlen. Sie haben zu Hause keine Computer, Laptops oder Tablets“, sagt Vera Arndt, Leiterin der Integrierten Gesamtschule Bertolt Brecht. Deshalb war sie hocherfreut, gestern die ersten 30 iPads für ihre bedürftigen Schüler zu bekommen. Weitere werden in den nächsten Tagen folgen, kündigte Matthias Effenberger, Vorstand des Kommunalservice Mecklenburg, an. Der KSM fungiert als IT-Dienstleister der Landeshauptstadt und weiterer Kommunen in der Region. Neben der Lieferung übernahmen Effenbergers Mitarbeiter auch gleich die Einrichtung für den Soforteinsatz der Geräte. Die Lerns-Software „Itslearning“ ist damit ebenso verfügbar wie das Mathe-Portal Scratch oder die BiBox mit digitalen Lehrbüchern und interaktiven Arbeitsblättern, die die Schüler am Tablet ausfüllen können. Mit dieser ersten Lieferung hat Schwerin 200 von insgesamt 1550 bestellten Tablets zur Unterstützung des digitalen Lernens bekommen. Neben der Brechtschule bekamen auch die Weinertschule, die Siemensschule und die Lindgrenschule je 30 iPads. Je 20 Geräte erhielten die Regionalschule Weststadt-Campus, das Goethe-Gymnasium, das Sportgymnasium und das Fridericianum. „Die nächsten Tablets aus unserer Sammelbestellung sind bereits geliefert worden, sodass in den nächsten Tagen weitere Geräte ausgeliefert werden“, kündigte KSM-Vorstand Matthias Effenberger an. „Die Schulen entscheiden dann eigenverantwortlich, welchen Kindern sie die Geräte auf der Basis von Leihverträgen mit nach Hause geben, denn sie kennen die Bedarfe am besten“, sagt Oberbürgermeister Rico Badenschier. Der Einsatz der Geräte soll später im Präsenzunterricht von allen Schülern geübt werden. „Für Kinder, die bisher zu Hause gar keinen Computer zur Verfügung haben, müssen sich die Lernbedingungen schneller verbessern, damit sie nicht den Anschluss verlieren. Das ist auch eine Frage der Bildungsgerechtigkeit“, betont Badenschier.
Von Bert Schüttpelz