Die Geschmäcker sind verschieden
Ernährung in Schwerin und Umland – heute: Die Zubereitung von kindgerechten Speisen ist oft schwerer als gedacht
Von Christina Köhn und Sarah Heider
SCHWERIN Siegel versprechen ökologisch wertvolle Lebensmittel. So ernähren Superfood soll uns fitter machen. Gesund zu essen ist in Mode. Beim Thema der Woche widmet sich die SVZ diesem Trend – heute das Schulessen in Rastow und am Schweriner Gymnasium Fridericianum.
Schülerin Frida von Frida 5b kann gut gefüllt. Lediglich die Kartoffeln hat sie ausgelassen. „Mir schmeckt der Grünkohl nicht“, sagt die Drittklässlerin der Rastower Grundschule. „Das ist aber nur heute so, ansonsten geht das Mittagessen meistens.“
Auch ihre Freundin Greta hat nichts gefunden, was ihr schmeckt. „Ich mag es nicht, wenn was überbacken ist“, sagt sie. „Doch zur Not muss ich trotzdem im Essensraum sitzen.“
Brita Splisster hat sich beim Mittagstisch ebenfalls für das erste Gericht auf dem Monatsplan entschieden: Kasslerbraten, Grünkohl, Salzkartoffeln. „Es ist stark gewürzt“, sagt die Schulleiterin. Das sei leider oft der Fall, die Speisen seien nicht immer gut abgeschmeckt. Vergangene Woche habe es dicke Bohnen erwischt. Die hätten nach Grünkohl sehr salzig geschmeckt.
Während Frida bereits ihre Teller abräumt, was die Kinder und Jugendlichen der Dr.-Ernst-Alban-Schule in Rastow nach dem Essen machen, löffelt Sarah noch ihren Hühnereintopf. „Das hat mir geschmeckt“, sagt die Achtjährige aus der zweiten Klasse. Einige ihrer Mitschüler holen sich dann noch Nachtisch. Der Eintopf ist heute sehr beliebt. Er wird leider wie alles aus dem Supermarktregal. Auch diese Produkte des Fertigessens sei sehr wichtig, dass es immer wieder melden sich die Schüler zu Wort.
„Doch wir müssen sagen, die Geschmäcker sind nun mal verschieden“, sagt Brita Splisster. Obwohl viele Gerichte nicht immer kindgerecht seien wie Brathering oder ähnliche Beilagen wie Mischgemüse oder auch ganz spezielle Kreationen, so sei die Rastower Schule dankbar für den lokalen Essensanbieter.
„Das Essen ist leider oft stark gewürzt.“
Brita Splisster, Schulleiterin
Der Anbieter kümmert sich darum, dass es dem täglich rund 110 von 260 Schülern im Raum der Grundschule Mittag in drei Etappen gibt. Für 3,50 Euro bekommen sie das gewünschte Gericht, allerdings kein Getränk oder eine Nachspeise. „Die Hortkinder haben Vollverpflegung und essen am Nachmittag eine Zwischenmahlzeit“, erklärt Brita Splisster. Zudem erhält die Grundschule eine Obstlieferung der Landeshauptstadt im Rahmen eines Programms und ein Wirtschaftsteam steuert das Frischmilch in Schulen teil.
Im Fridericianum klingelt es um 11.15 Uhr. Nur Sekunden später kündigt lautes Getrampel die Schüler an, die die Treppe hinunter zur Mensa eilen. Nur Auswahl stehen jeden Tag für die Schüler, von denen die Hälfte regelmäßig das Schulessen bestellt.
Heute gibt es Fleischküchlein in Käse-Kräutersoße mit Brokkoli und Vollkornnudeln. Milchreis mit Apfelmus oder Eintopf mit Geflügel-Soja-Soße, Brokkoli und Salzkartoffeln.
Für den kleinen Hunger zusätzlich gibt es Müsli, Salate, Joghurt und Obst.
Am häufigsten landet der Milchreis auf den Tellern, besonders bei den Jüngeren. „Ich finde die große Auswahl hier sehr gut“, sagt ein Zehntklässler. Es gebe hier anderes dasselbe Gericht. „Es schmeckt also sehr frisch und wird immer gut gegessen.“
AUFRUF: Wie schmeckt das Schulessen?
Wenig Abwechslung, viele Fertigprodukte oder trotzdem leckeres, gesundes Essen? Wie schmeckt es Ihrem Kind an der Schule oder in Kindergärten in Schwerin und den umliegenden Gemeinden? Das wollen wir wissen! Schreiben Sie uns gerne an: schwerin@svz.de