Vom Fridericianum zogen die Schulkinder zu ihrem Klassenzimmer in der Reuter-Schule. Foto: Katharina Golze
2. August 2021

Einschulung mit Maske und Test

In Schwerin hatten 894 Abc-Schützen ihren großen Tag/Trotz Corona wurde am Sonnabend gefeiert

Katharina Golze Cathleen Völzer blickt in 25 erwartungsvolle Gesichter. „Wer kann schon seinen Namen schreiben?“, fragt sie. Blitzschnell schießen die Arme in die Luft. Das erste Mal sitzen die Erstklässler der FritzReuter-Schule in ihrem Klassenzimmer. Ein Namensschild steht vor ihnen, daneben Federtasse, Hausaufgabenheft und erste Aufgaben. Eben noch wurden sie feierlich in der Aula des Fridericianums eingeschult, jetzt schnuppern sie erste Unterrichtsluft. Am Sonnabend wurden 894 Kinder in Schwerin eingeschult. In allen zehn kommunalen und sieben Grundschulen in freier Trägerschaft konnte gefeiert werden – wenn auch unter Auflagen. „Heute müssen wir von je[1]dem einen Test oder ein Impfzertifikat kontrollieren“, erklärt Anne Eberwein, Schulleiterin der Fritz-Reuter-Schule. Damit die Erstklässler trotzdem viele Gäste einladen konnten, wurden die beiden Klassenà48 Schüler nacheinander eingeschult. „200 dürfen nur in der Aula dabei sein, deswegen haben wir es aufgeteilt“, sagt sie. Leonie Schröder konnte dennoch ihre beiden Großeltern, Eltern und ihre Schwester mitbringen. „Es ist schön, dass überhaupt etwas stattfindet“, findet Vater Christopher Riebe. Auch wenn Testen, Maske und die Personenbeschränkung anstrengend seien. „Es ist ein feierlicher Moment für das Kind und die Familie. Das sind Momente, die kann man nicht nachholen.“ Das übliche große Bühnenprogramm der vorherigen Erstklässler fand in diesem Jahr auf der Leinwand statt. Mit allen Grundschülern hatten die Lehrer ein Video erstellt, in dem die Kin[1]der singen, tanzen und den Schulanfängern berichten, was sie an der Schule mögen und in der Pause am liebsten machen. Für etwas Livemusik sorgten Schüler am Xylophon und mit Melodica. Die Veranstaltung nach draußen zu verlegen, war keine Option – zu groß die Sorge vor unbeständigem Wetter, wo[1]mit die Schulleiterin an diesem Wochenende wohl recht behielt. Eine Tradition blieb aber: Mit Schulranzen auf dem Rücken zogen die Erstklässler mit Klassenlehrerin Cathleen Völzer zur ersten Schulstunde vom Fridericianum zur Reuter-Schule. Dort lernten sie ihr Klassenzimmer kennen und bekamen sogar ihre ersten Hausaufgaben auf, bevor sie vor der Schule von ihren Familien mit Schultüten empfangen wurden. Einen noch strafferen Zeitplan gab es an der Friedensschule. „Jede Stunde eine Einschulung“, berichtet Schulleiterin Annett Groß. Am Sonnabend wurden vier Klassen à 80 Schüler eingeschult. „Durch das Testen hat das gut geklappt.“ Auch an die Maskenpflicht hätten sich alle gehalten. In dieser Aula müssen von den 200 Plätze aufgrund der Abstandsregeln einige leer bleiben, die meisten Schulkinder werden nur von Eltern und Geschwistern begleitet. Warum das so ist? „Weil wir in diesem Jahr ein besonderes Jahr haben“, ruft einer der Erstklässler bei der Einschulungsfeier, als Groß die Feierstunde einleitet. In diesem Jahr ist vieles anders. Statt einstudiertem Programm tanzen und singen auch hier die Zweitklässler für die Schulanfänger in einem Video, für die Elternversammlungen brauchte es bereits Test und Maske und auf die Schulfähigkeitsüberprüfung wurde ganz verzichtet–außer bei denen, die frühzeitig eingeschult wurden. „Die schulärztlichen Untersuchungen werden bis zum Ende des Jahres durchgeführt“, versichert Groß. Die Erstklässler starten in ihre ersten Schultage mit Maske. „Die ersten zwei Wochen unterrichten wir mit Maske“, sagt die Schulleiterin. Beim Lüften alle 20 Minuten könnten die Kinder aber den Mund-Nase-Schutz absetzen. Unterrichtsluft schnuppern konnten auch diese Erstklässler nach der feierlichen Aufnahme in die Schulgemeinschaft. Im Sitzkreis lernten sie ihre Lesepaten Mimi und Mo sowie ihr Klassen-Maskottchen Fuchsi kennen. „Heute gibt es noch keine Hausaufgaben, erst am Montag“, sagte Klassenlehrerin Andrea Züdel. In der ersten Schulwoche werden vor allem Methoden, etwa wie das Hausausgabenheft funktioniert, vermittelt sowie Benimmregeln erklärt. Auch Cathleen Völzer von der Fritz-Reuter-Schule sagt: „Wir wollen erstmal Grundlagen schaffen. Wir wissen nicht, was während der Pandemie in der Vorschule gemacht wurde.“ Danach folgen die Buchstaben und Zahlen.

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