Festival Verfemte Musik findet statt
Organisatoren und Kultusministerium wollen Zeichen für Kunst in schwierigen Zeiten setzen
SCHELFSTADT „Wir wollen jetzt ein Zeichen setzen, dass die Kultur lebt“, sagt Kultusministerin Bettina Martin. Sie sei optimistisch, dass das 20. Festival Verfemte Musik im Oktober stattfinden werde. „Wir spüren gerade jetzt, wie wichtig Kunst und Kultur für das gesellschaftliche Leben sind“, betont die Ministerin. Sie sei gern Festival-Schirmherrin, weil die Auseinandersetzung mit Politik und Geschichte auch Aufgabe von Kunst und Musik sei. Und da leiste das internationale Festival Verfemte Musik seit mehr als 20 Jahren hervorragende Arbeit.
Das Lob freute Festivaldirektor Volker Ahmels, der sagte, dass die Vorbereitung auf vielen Ebenen laufe, es jetzt aber Zeit für die Anmeldungen sei. Bisher hätten sich erst acht Musiker für den Interpretationswettbewerb, das Herzstück des Festivals, angemeldet, er hoffe auf 60 bis 80. Junge Musiker setzen sich darin intensiv mit Vergessenheit geratenen Kompositionen von Musikern auseinander, die von den Nazis vertrieben oder ermordet wurden.
Zum Programm gehören neben dem Wettbewerb noch vier hochkarätige Konzerte, ein Ausstellungsprojekt von Schülern des Fridericianums zum Holocaust in den Niederlanden, politische Vorträge zum Thema Fluchtpunkt Skandinavien, eine Musik-Kunst-Performance im Museum, Zeitzeugengespräche mit Zvi Cohen und weitere Begegnungen mit der Vergangenheit.
(bert)