28. März 2013

Fridericianer als UN-Botschafter

Zehn Schweriner Gymnasiasten simulierten in der „BerMUN“-Konferenz die Arbeitsweise der Vereinten Nationen

SCHWERIN / BERLIN Kann und sollte die Demokratie weltweit eingeführt werden? Was ist ein „Unmoderated Caucus“, und wie entstehen eigentlich Resolutionen? Die Antworten auf diese und andere Fragen konnten wir – zehn Schüler der 11. Klasse des Gymnasiums „Fridericianum Schwerin“ – selbst herausfinden. Drei Tage lang durften wir die komplexe Arbeitsweise der Vollversammlung der Vereinten Nationen im Rahmen der Ber- MUN-Konferenz in Berlin ausprobieren. „MUN“ – kurz für „Model United Nations“ – ist eine Simulation der Vereinten Nationen. Ursprünglich aus den USA kommend, gibt es das Programm mittlerweile in zahlreichen Ländern in verschiedenen Größen und wechselnden Themen. Gemeinsam haben die Planspielkonferenzen aber, dass sie auf Englisch stattfinden – egal ob in Den Haag, New York oder eben Berlin. Jeder Teilnehmer repräsentiert ein Mitgliedsland der UN und soll dessen Position zum Konferenzthema authentisch darstellen. Dazu gehört natürlich auch eine eigenständige Vorbereitung. Allgemeine Informationen zu dem Regierungssystem, der wirtschaftlichen Situation und der Geschichte des zu repräsentierenden Landes mussten gesammelt und auf Englisch übersetzt werden. Zu unserem Gepäck gehörten neben den vorbereiteten Unterlagen auch Anzüge, Blazer und Bleistiftröcke, denn zu „MUN“ gehört die Einhaltung eines Dresscodes genauso dazu, wie der Gebrauch bestimmter englischer Floskeln. Auch wenn die strenge Kleidungsvorschrift gewiss gewöhnungsbedürftig für etliche Teilnehmer war, wurde so eine einmalige und ganz besondere Atmosphäre geschaffen. Die „BerMUN“-Konferenz wurde von Schülern der Berliner „John F. Kennedy“- Schule organisiert. Die imposanten Räume der Konrad-Adenauer-Stiftung schufen zumindest für einige Stunden fast das Gefühl, nicht in Berlin, sondern in New York zu sein. Das diesjährige Thema, demokratische Regierung, bot genug Stoff für spannende Debatten und verschiedene Sichtweisen. Den Auftakt bildete eine Einführungsveranstaltung am Donnerstag, bei der Vertreter der JFK-Schule sowie Ber- MUN-Teilnehmer Reden zur Einstimmung auf das Konferenzthema hielten. Am folgenden Tag debattierten dann die einzelnen Kontinente in Gruppen und erarbeiteten jeweils ein Thesenpapier mit Feststellungen und Forderungen zum Thema Demokratie – die Resolution. Dabei setzte zwar jede Kontinentengruppe andere Aspekte in den Mittelpunkt, Bildung und Korruptionsbekämpfung gehörte aber bei allen als wichtiger Beitrag zur Stärkung der Demokratie dazu. Den Höhepunkt von „BerMUN“ bildete die Vollversammlung, in der aus den einzelnen Vorschlägen der Gruppen eine Endresolution ausgearbeitet wurde. Dabei kam es zu hitzigen Debatten, aber nach mehr als sechs Stunden konzentrierter Arbeit stimmte der Großteil der mehr als 100 Schüler-Delegierten etwas erschöpft zu. Uns Teilnehmern boten die drei Tage intensive Arbeit rund um die Stärken und Schwächen der Demokratie einen neuen Blickwinkel. Gleichzeitig war es eine gute Gelegenheit, das eigene Englisch aufzubessern, ein wenig internationale Atmosphäre zu schnuppern und neue Freundschaften außerhalb unserer Heimatstadt zu knüpfen.

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