22. März 2023

Impulse für die ganze Stadt setzen

Schulleiter Dr. Uwe Dietsche plant neue Veranstaltungsreihen am Fridericianum mit „hochkarätigen“ Gästen Maren Ramünke-Hoefer Das Schweriner Fridericianum will sich stärker einbringen in die Stadtgesellschaft, in die aktuellen politischen Diskussionen, ins kulturelle Leben. „,Fritz Impuls ist der Obertitel über vier neue Reihen, die ich ins Leben rufen möchte“, sagt Schulleiter Dr. Uwe Dietsche. Dafür möchte er echte „Hochkaräter“ nach Schwerin holen, wie beispielsweise am 10. Juli den bekannten deutschen Klimaforscher Stefan Rahmstorf. Er leitet die Abteilung Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und ist Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Rahmstorf arbeitete mit am Bestseller „Der Klimawandel“, ist ein gefragter Wissenschaftskommunikator und Redner. 2020 war er der Klimaforscher in Europa mit den meisten Twitter-Followern. Doch bevor Stefan Rahmstorf seinen Vortrag im Fridericianum hält und zur Diskussion einlädt, gibt es schon am 30. März einen Kultur-Leckerbissen: „Ein Kranz von Rosen – Eine kurzweilige Einführung zum Konzert von Bellarte Salzburg“. Das Ensemble gastiert am 31. März bei den Tagen Alter Musik in der St. Anna Kirche. Es präsentiert „Musik zur Passion: Biber- Schmerzhafter Rosenkranz, Muffat, Schmelzer und Bertali“. Einen Ausschnitt aus dem Programm präsentieren die Musiker zuvor im Fridericianum – gemeinsam mit einigen Schülern. „Der Schulchor wird dazu Werke aus der Zeit rund um den 30-jährigen Krieg singen“, erklärt Dietsche.

Die Barock-Komponisten, deren Werke Bellarte in Schwerin zu Gehör bringt, lebten oder wirkten nämlich im 17. Jahrhundert. „Außerdem werden wir ein Theaterstück aus der Zeit zeigen und die Fachschaften Geschichte und Kunst bereiten eine Ausstellung zum 30-jährigen Krieg vor, die im Foyer zu sehen sein wird.“ Die Schüler sollen zeigen, was ein Krieg mit der Psyche der Menschen macht, wie er sich dunkel und schwer auf die Stimmung einer ganzen Generation in Europa legt, auch auf die Werke der Kunst. Eine Erfahrung, die nicht vergessen und weit entfernt in der Geschichte liegt, sondern immer wieder ganz nah dran ist an den Menschen von heute.

Der Eintritt zu „Ein Kranz von Rosen“ ist frei, los geht es am Donnerstag, 30. März, um 19 Uhr. Einen kleinen Obolus werden die Gäste hingegen bezahlen müssen, wenn am 10. Juli Prof. Stefan Rahmstorf in der Aula des Fridericianums über den Klimawandel spricht. In seinen Forschungsarbeiten beschäftigt sich der Physiker und physikalische Ozeanograph mit den Auswirkungen der Klimaveränderung auf die Meeresströmungen, den Meeresspiegel und auf Extremwetterereignisse sowie mit der Modellierung des Erdsystems. Sein Buch „Der Klimawandel“ hat Dr. Uwe Dietsche in einem Projektkurs mit Schülern der Jahrgangsstufe 11 gelesen.

Martha Kuhlmann ist eine von ihnen. „Uns war schon vorher klar, was der Klimawandel ist, aber auf diese wissenschaftliche Art und Weise hatten wir das zuvor noch nicht betrachtet“, sagt sie. „Die so genannten Kipp-Punkte und der Albedo-Effekt werden beispielsweise sehr gut erklärt. Ein Buch, das sogar jeden Klimaleugner überzeugen muss.“

Als zweiten Teil des Projektkurses bereiten die Schüler die Veranstaltung mit Prof. Rahmstorf vor, hier ist ebenfalls eine kleine Ausstellung vorab geplant. „Die Besucher sollen ganz plastisch verstehen: Was hat das alles eigentlich mit mir zu tun?“, sagt Schulleiter Dietsche. Eine weitere spannende Herausforderung für die Elftklässler.

Mit Konzert und Vortrag will das Fridericianum in diesem Jahr erstmal zwei seiner neuen Reihen starten. Und weil es ein altsprachliches humanistisches Gymnasium ist, heißen die Reihen natürlich „Fritz musae“ und „Fritz aula“. Geplant sind für die kommenden Jahre noch „Fritz studium“ – Professoren sollen für ein paar Tage unterrichten und Uni-Atmosphäre in der Schule verbreiten – und „Fritz forum“ – eine Art Streitgesprächoder Debattenformat.

Im Projektkurs haben sie das Buch „Der Klimawandel“ gelesen, besprochen und schließlich den Autor Stefan Rahmstorf nach Schwerin eingeladen: Schulleiter Dr. Uwe Dietsche sowie die Schülerinnen Leni Güdokeit und Martha Kuhlmann (r.). Foto: Maren Ramünke-Hoefer

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