19. März 2018

Kleine Plattsnacker ganz groß

Beim Regionalausscheid für den Landeswettbewerb der Niederdeutschen Sprache gab es in Crivitz nur glückliche Gesichter

CRIVITZ „Dit was en bannig gaud Programm“, sagt Elfriede Roloff. Einen ganzen Vormittag hat die Crivitzerin den Geschichten, Gedichten, Theaterstücken und Liedern von mehr als 320 kleinen und größeren Plattsnackern gelauscht. Elfriede Roloff ist nicht nur Gründungsmitglied der Crivitzer Plattdeutsch Gruppe, sondern auch eines von acht Jury-Mitgliedern für den Plattdeutsch-Wettbewerb des Landes. Am Sonnabend fand der Regionalausscheid des Schulamtsbereiches Schwerin im Gymnasium am Sonnenberg statt. Wer dort einen ersten Platz belegt hat, darf am 14. April im Schweriner Fridericianum gegen die Gewinner aus den drei anderen Schulamtsbereichen Neubrandenburg, Rostock und Greifswald antreten. Die Messlatte wurde am Sonnabend bereits in Crivitz sehr hoch gelegt. „Ich bin wirklich sehr positiv überrascht, mit welcher großen Freude hier alle Altersklassen dabei sind und welch hohes Niveau abgeliefert wird“, sagt Susanne Bliemel. Sie ist eine landesweit bekannte Botschafterin des Plattdeutschen, unterrichtet als Lehrerin am Crivitzer Gymnasium diese Sprache und hält mit anderen die organisatorischen Fäden für den Landeswettbewerb in Händen. Das größte Lob hat Susanne Bliemel am Sonnabend von einem Siebtklässler gehört: „Das ist echt eine coole Sache, das hier mit dem Plattdeutsch.“ Ein Moment, in dem es auch der Banzkowerin warm ums Herz wird. „Es gab anfangs schon Gegenwind. Niemand würde sich für Plattdeutsch interessieren, schon gar nicht die Schüler“, erinnert sich Susanne Bliemel auch an reichlich Bedenken aus den Reihen der Kollegen. Die Anmeldungen für den Landeswettbewerb beweisen das Gegenteil. „Es werden immer mehr. Und das nicht nur in der Kategorie Kita und Hort“, schiebt sie hinterher. In Crivitz gingen Kinder und Jugendliche aus Dömitz, Parchim, Boizenburg, Schwerin, Wöbbelin und vom Crivitzer Gymnasium an den Start. Einen Platz beim großen Finale in der Landeshauptstadt haben sich die Mädchen und Jungen der Kita „Spielhaus Lankow“, Wöbbeliner Grundschüler, die Crivitzer Siebtklässlerin Anna[1]lenaDreyer sowie fünf Crivitzer Zehntklässler, die als Gruppe in der höchsten Altersgruppe angetreten waren, erkämpft. „Es gibt hier keine Verlierer“, sagt Michaela Scholz von der Jury. Die Crivitzer Allgemeinmedizinerin ist fasziniert von der Leistung: „Das macht Mut. Das ist ganz viel Hoffnung für unsere Heimatsprache.“ Reichlich Lob gab es für alle kleinen und großen Plattsnacker auch von Mathias Hoffmann, dem Landesbeauftragter für Niederdeutsch. „Die Teilnehmer von der Grundschule West aus Parchim haben gezeigt, dass Plattdeutsch verbindet. Alle Kinder haben einen Migrationshintergrund, gemeinsam bei Null angefangen und hier eine Glanzleistung abgegeben“, verteilt er reichlich Lorbeeren. Die Gruppe landete auf dem zweiten Platz, darf nun beim Finale am 14. April in Schwerin am Programm mitwirken. Katja Müller

Riesengroß war die Freude bei den Knirpsen der Kita „Spielhaus Lankow“ über den Sieg in Crivitz. FOTO: KATJA MÜLLER

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