19. November 2012

Nur eine Schule lehrt Altgriechisch

Unterricht auch in Arabisch, Dänisch und Polnisch / Die Übersicht für Mecklenburg-Vorpommern

SCHWERIN Zehn Fremdsprachen werden an den allgemeinbildenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern unterrichtet, noch immer liegt Russisch dabei weit vorn. Das geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hervor. Mit Abstand die Nummer eins unter den Fremdsprachen ist demnach Englisch. Fast 104 000 Mädchen und Jungen an 543 Schulen haben im vergangenen Schuljahr Englisch gelernt, wie das Bildungsministerium ermittelt hat. Auf dem zweiten Platz rangierte Französisch mit knapp 18 000 Teilnehmern an 235 Schulen, gefolgt vom Russisch-Unterricht, der an 182 Schulen angeboten und von rund 7000 Schülerinnen und Schülern besucht wurde. Die Fächer Latein und Spanisch standen an 97 beziehungsweise 92 Schulen auf dem Stundenplan, jeweils rund 7000 Kinder und Jugendliche profitierten davon. Während noch an immerhin 24 Schulen gut 650 Kindern und Jugendlichen Schwedisch gelehrt wurde, waren andere Fremdsprachen Ausnahmeerscheinungen. Nur eine Schule im Land beispielsweise bietet Altgriechisch an – das Fridericianum Schwerin, ein altsprachliches Gymnasium. 2011/12 hatten vier Schülerinnen und Schüler die Sprache gewählt. In Vorpommern gab es zwei Schulen mit Dänisch-Lehrern: das Runge- Gymnasium in Wolgast und die Ostseeschule in Ückeritz auf Usedom. Hinzu kam die Reuterstädter Gesamtschule in Stavenhagen. Insgesamt haben 32 Schüler die skandinavische Sprache gelernt. Für Arabisch wurden im vergangenen Jahr elf Schulen mit 44 Schülern gezählt. Vor allem im Osten des Landes hat sich Polnisch zu einem gefragten Fach entwickelt: Etwa 600 Mädchen und Jungen an 15 Schulen haben sich dafür entschieden. Vier Gymnasiasten legten 2011 das Abitur in Polnisch ab. Wie viele Fremdsprachen eine Schule anbieten kann, hängt angesichts der schülerbezogenen Stundenzuweisung von ihrer Schülerzahl ab. In seiner Antwort auf die Anfrage erklärte das Bildungsministerium: „An größeren Schulen besteht die Möglichkeit, in mehreren Fremdsprachen Lerngruppen zu bilden und die dafür notwendigen Lehrkräfte zu finden.“ Darüber hinaus seien über Ganztagsschulprogramme Kurse in Fremdsprachen möglich, die auch von Kollegen ohne Lehrbefähigung geleitet werden können.

 

Marlis Tautz

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