Schüler-Demo gegen Lehrermangel. Unterrichtsausfall und Fahrten in andere Schulen – deshalb wollen Jugendliche vor dem Schloss protestieren
Mathe – fällt aus, Physik – fällt aus, Deutsch – fällt aus. Diese Nachrichten sind für die Schüler der Bertolt-Brecht- Schule in Schwerin bereits Normalität. Mehrere Schulstunden können nicht stattfinden. Vier bis fünf Freistunden würden häufig pro Woche zusammenkommen, schätzt Lena Celik. Sie geht in die 10. Klasse der Schweriner Schule und möchte, nachdem sie ihr Abitur gemacht hat, Rechtsanwältin werden. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg – und ein steiniger. Denn mit dem Unterrichtsausfall scheint das Abitur immer ferner. Auf diesen unhaltbaren Zustand wollen die Schüler der achten bis zwölften Klassen jetzt aufmerksam machen. Während einer Kundgebung am Dienstag, 7. November, ab 13 Uhr vor dem Schweriner Schloss werden sie auf den Lehrermangel hinweisen und sinnvolle Lösungen fordern. „Alle Regionalen Schulen in Schwerin sind eingeladen, mitzumachen“, sagt Lena Celik. Rund 800 Schüler werden an der Siegessäule mit Plakaten und Megafonen erwartet, die für ihr Recht auf Bildung kämpfen. „Demokratie leben während des Unterrichts“, nennt es Sabine Heinecke, die den Schülerrat betreut und gleichzeitig Sozialkundelehrerin ist. „Der Lehrermangel betrifft uns sehr stark“, sagt sie. Am Dienstag wird sie ihre Schüler unterstützen. Das Bildungsministerium teilte auf Nachfrage mit, dass derzeit 64 Lehrkräfte an der IGS Bertolt Brecht Schwerin beschäftigt seien. Unterstützt würden sie durch zwei Schulsozialarbeiterinnen, zwei Sonderpädagoginnen und zwei Lernhelfer. Für die Bertolt- Brecht-Schule seien laut Bildungsministerium aktuell fünf Stellen ausgeschrieben. Insgesamt seien zum Schuljahresbeginn in MV 617 Lehrkräfte neu eingestellt worden, 94 Stellen waren noch ausgeschrieben, für weitere 72 liefen die Bewerbungs- und Einstellungsverfahren, so Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) zum Schuljahresbeginn. „Die Schulleitung der IGS Bertolt Brecht hat in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Schulbehörde große Anstrengungen unternommen, um die Unterrichtsversorgung der Schülerinnen und Schüler zu sichern. Somit werden nunmehr alle Unterrichtsfächer gemäß Kontingentstundentafel abgedeckt“, heißt es von Henning Lipski, Pressesprecher des Bildungsministeriums. Die vorgeschriebenen Schulstunden, die die Schüler für den jeweiligen Abschluss brauchen, würden also erreicht. Wie hoch der Stundenausfall aktuell tatsächlich ist, könne das Bildungsministerium nicht beantworten. „Die statistische Erfassung des Vertretungsunterrichts und Unterrichtsausfalls wird turnusmäßig nach Ablauf eines Schuljahres rückwirkend erhoben“, so Lipski. Besonders schlimm sei es in den naturwissenschaftlichen Fächern, sagt Leonie Therese Findeisen. Sie ist Schülerin der 11. Klasse an der Bertolt-Brecht-Schule und ist direkt vom Lehrermangel betroffen. „Morgen habe ich nur zwei von acht Stunden“, sagt sie. Physikunterricht gebe es für die Schüler der Oberstufen beispielsweise gar nicht mehr an der Schule. „Dafür müssen wir zum Fridericianum fahren“, sagt Leonie. Das bedeute, dass die Pausen rund um den Physikunterricht nahezu vollständig ausfallen. Denn diese Zeit würde die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fressen. Der Mathe-Leistungskurs finde nur drei statt fünf Stunden die Woche statt. „Es geht nächstes Jahr auf die Prüfungen zu“, sagt Leonie Therese Findeisen mit Sorge. Viele ihrer Mitschüler würden die Leistungskurse mittlerweile danach aussuchen, in welchen Fächern sie eine möglichst niedrige Wahrscheinlichkeit für Unterrichtsausfall hätten. Jeremy Jason Belling ist Zehntklässler an der Schweriner Schule und macht sich Sorgen, dass er seinen Berufswunsch nicht erreichen kann. Im IT-Bereich möchte er nach dem Abitur arbeiten. Doch dafür brauche er gute Noten in Mathematik. Mit der Kundgebung am Dienstag wollen sie erreichen, dass die Politik ihnen zuhört. „Wir wollen mit Manuela Schwesig und Simone Oldenburg ins Gespräch kommen“, sagt Lena Celik. „Die Politik ist dafür verantwortlich, dass wir eine gesicherte Bildung erhalten.“ Die Schüler haben kein Verständnis dafür, dass bisher keine Lösung gefunden wurde und sammeln Unterschriften für ihre Petition. „Wir sind doch die Zukunft“, sagt Lena Celik. Schüler-Demo gegen Lehrermangel Unterrichtsausfall und Fahrten in andere Schulen – deshalb wollen Jugendliche vor dem Schloss protestieren Mathe – fällt aus, Physik – fällt aus, Deutsch – fällt aus. Diese Nachrichten sind für die Schüler der Bertolt-Brecht- Schule in Schwerin bereits Normalität. Mehrere Schulstunden können nicht stattfinden. Vier bis fünf Freistunden würden häufig pro Woche zusammenkommen, schätzt Lena Celik. Sie geht in die 10. Klasse der Schweriner Schule und möchte, nachdem sie ihr Abitur gemacht hat, Rechtsanwältin werden. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg – und ein steiniger. Denn mit dem Unterrichtsausfall scheint das Abitur immer ferner. Auf diesen unhaltbaren Zustand wollen die Schüler der achten bis zwölften Klassen jetzt aufmerksam machen. Während einer Kundgebung am Dienstag, 7. November, ab 13 Uhr vor dem Schweriner Schloss werden sie auf den Lehrermangel hinweisen und sinnvolle Lösungen fordern. „Alle Regionalen Schulen in Schwerin sind eingeladen, mitzumachen“, sagt Lena Celik. Rund 800 Schüler werden an der Siegessäule mit Plakaten und Megafonen erwartet, die für ihr Recht auf Bildung kämpfen. „Demokratie leben während des Unterrichts“, nennt es Sabine Heinecke, die den Schülerrat betreut und gleichzeitig Sozialkundelehrerin ist. „Der Lehrermangel betrifft uns sehr stark“, sagt sie. Am Dienstag wird sie ihre Schüler unterstützen. Das Bildungsministerium teilte auf Nachfrage mit, dass derzeit 64 Lehrkräfte an der IGS Bertolt Brecht Schwerin beschäftigt seien. Unterstützt würden sie durch zwei Schulsozialarbeiterinnen, zwei Sonderpädagoginnen und zwei Lernhelfer. Für die Bertolt- Brecht-Schule seien laut Bildungsministerium aktuell fünf Stellen ausgeschrieben. Insgesamt seien zum Schuljahresbeginn in MV 617 Lehrkräfte neu eingestellt worden, 94 Stellen waren noch ausgeschrieben, für weitere 72 liefen die Bewerbungs- und Einstellungsverfahren, so Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) zum Schuljahresbeginn. „Die Schulleitung der IGS Bertolt Brecht hat in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Schulbehörde große Anstrengungen unternommen, um die Unterrichtsversorgung der Schülerinnen und Schüler zu sichern. Somit werden nunmehr alle Unterrichtsfächer gemäß Kontingentstundentafel abgedeckt“, heißt es von Henning Lipski, Pressesprecher des Bildungsministeriums. Die vorgeschriebenen Schulstunden, die die Schüler für den jeweiligen Abschluss brauchen, würden also erreicht. Wie hoch der Stundenausfall aktuell tatsächlich ist, könne das Bildungsministerium nicht beantworten. „Die statistische Erfassung des Vertretungsunterrichts und Unterrichtsausfalls wird turnusmäßig nach Ablauf eines Schuljahres rückwirkend erhoben“, so Lipski. Besonders schlimm sei es in den naturwissenschaftlichen Fächern, sagt Leonie Therese Findeisen. Sie ist Schülerin der 11. Klasse an der Bertolt-Brecht-Schule und ist direkt vom Lehrermangel betroffen. „Morgen habe ich nur zwei von acht Stunden“, sagt sie. Physikunterricht gebe es für die Schüler der Oberstufen beispielsweise gar nicht mehr an der Schule. „Dafür müssen wir zum Fridericianum fahren“, sagt Leonie. Das bedeute, dass die Pausen rund um den Physikunterricht nahezu vollständig ausfallen. Denn diese Zeit würde die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fressen. Der Mathe-Leistungskurs finde nur drei statt fünf Stunden die Woche statt. „Es geht nächstes Jahr auf die Prüfungen zu“, sagt Leonie Therese Findeisen mit Sorge. Viele ihrer Mitschüler würden die Leistungskurse mittlerweile danach aussuchen, in welchen Fächern sie eine möglichst niedrige Wahrscheinlichkeit für Unterrichtsausfall hätten. Jeremy Jason Belling ist Zehntklässler an der Schweriner Schule und macht sich Sorgen, dass er seinen Berufswunsch nicht erreichen kann. Im IT-Bereich möchte er nach dem Abitur arbeiten. Doch dafür brauche er gute Noten in Mathematik. Mit der Kundgebung am Dienstag wollen sie erreichen, dass die Politik ihnen zuhört. „Wir wollen mit Manuela Schwesig und Simone Oldenburg ins Gespräch kommen“, sagt Lena Celik. „Die Politik ist dafür verantwortlich, dass wir eine gesicherte Bildung erhalten.“ Die Schüler haben kein Verständnis dafür, dass bisher keine Lösung gefunden wurde und sammeln Unterschriften für ihre Petition. „Wir sind doch die Zukunft“, sagt Lena Celik.