Schüler verhandeln mit Ministerin
Schüler verhandeln mit Ministerin Junge Schweriner fordern mehr Lehrer und mehr Unterricht von Simone Oldenburg und ihrer Behörde
Marlena Petersen, 10.11.2023
Es gebe schnelle und einfache Lösungen, hieß es aus dem Bildungsministerium, kurz nachdem die Schüler der Bertolt-Brecht- Schule Schwerin an der Siegessäule eine Kundgebung gehalten hatten, um auf den Lehrermangel auch an ihrer Schule hinzuweisen und Lösungen aus der Politik zu fordern. Mehrere Schulstunden seien wöchentlich ausgefallen. „Wir haben uns gemeinsam Lösungsmöglichkeiten überlegt und vertieft“, sagt Bildungsministerin Simone Oldenburg (Die Linke). „Die Änderungen werden zu Montag greifen.“ „Wir haben kein Personal hergezaubert, sondern die Planung stark optimiert, weil es noch einen großen Puffer gab“, erklärt Oldenburg. Zudem solle ein Tag der offenen Tür am 30. November die Lösung bringen. Denn an diesem Tag würde auch eine Jobbörse durchgeführt, um weitere Bewerbungen zu generieren. Ab Montag soll laut Bildungsministerium an der Bertolt-Brecht-Schule Folgendes gelten: Der Physik- Grundkurs am Fridericianum werde fortgesetzt, obwohl die Brechtschüler diese Situation moniert hatten. „Wir prüfen derzeit, ob im zweiten Semester Physik wieder an der Schule stattfinden kann, obwohl die jetzige Regelung keine schlechte ist, da der Physikunterricht am Ende des Schultages liegt und die Schülerinnen und Schüler anschließend nach Hause fahren.“ Im Grundkurs Physik solle zudem im kommenden Jahr im Februar ein Referendar anfangen, der von einer anderen Schule abgeordnet werden soll. „Physik findet im Übrigen auch in jeder Klasse statt“, so Oldenburg. Der Mathematik-Unterricht sei abgesichert und auch der Leistungskurs finde künftig wieder vollständig in Präsenz statt. Es werde zudem überprüft, welche Lehrkräfte aus den Klassen 5 und 6 abgezogen werden könnten. „Weil die Schüler dort mehr Unterricht hatten, als die Stundentafel vorgibt“, so die Ministerin. Deutsch, Philosophie und Kunst würden künftig ebenfalls abgedeckt. Hier würde das Institut für Qualitätsentwicklung helfen können und teilweise würde eine Lehrkraft aus Stralendorf unterstützen. Die Schüler müssten keine Angst vor den Prüfungen haben, es sei laut Bildungsministerin alles abgesichert. „Alle Schüler, die die Leistungen erbringen, werden zur Prüfung zugelassen, weil die Rahmenbedingungen dafür da sind“, so Oldenburg. Zudem solle die Schule Kooperationspartner finden, die Unterrichtsstunden übernehmen können, die aktuell von Lehrkräften übernommen werden – beispielsweise Sportvereine, Kunstund Musikschulen. „Ich glaube, wir haben viele Probleme gelöst“, sagt die Ministerin. Wie hoch der Unterrichtsausfall an der Schule aktuell ist, könne das Bildungsministerium nicht sagen. In Zukunft solle es aber keinen mehr geben, das sichert Oldenburg zu. Lena Celik und ihre Mitstreiter Jeremy Jason Belling und Leonie Therese Findeisen hoffen, dass diese Maßnahmen tatsächlich Besserung bringen. „Wir freuen uns, dass die Politik uns endlich gehört hat und wir jetzt im Gespräch sind“, sagt Schulsprecherin Lena Celik.