Schülerfirma im Dienst der Umwelt
Der neue Laden „Breakstation“ am Fridericianum verkauft nur Produkte, die aus Bio-Anbau kommen oder fair gehandelt wurden
ALTSTADT Große Aufregung in der ersten Hofpause am Fridericianum: Die Gymnasiasten entdecken einen neuen Laden auf ihrem Schulgelände – die „Breakstation“. Ohne große Ankündigungen haben Schüler der neunten Klassen ein Geschäft eröffnet, in dem fair gehandelter Kaffee und Tee angeboten werden. Genau richtig zu der kalten Jahreszeit. „Hoffentlich kommen viele Mitschüler, um uns zu unterstützen“, sagt der 14-jährige Erik Littwin aufgeregt. Die Eröffnung des Ladens ist nicht nur für die Schüler Grund zur Freude, sondern auch für die Lehrer. Seit fast einem Jahr arbeiteten die Jugendlichen mit zwei Betreuern an diesem Projekt. „Wir haben uns zwei- oder dreimal die Woche getroffen, um alles richtig auf die Beine zu stellen“, erklärte die Projektbegleiterin Gabriele Langkau. Die Neuntklässler überlegten sich eigenständig den Namen und das Logo der Schülerfirma. „Ältere Schüler hatten schon einmal, in Anlehnung an unseren Schulweltladen, dieses Projekt vorgeschlagen und die Mädchen und Jungen der neunten Klassen fanden das so spannend, dass sie gleich mitmachten“, erzählt Langkau. Das vergangene Jahr war interessant und aufregend zu gleich für die jungen Menschen, die sich durch die Schülerfirma nicht nur etwas Taschengeld dazu verdienen, sondern auch sich selbst besser kennenlernen konnten, ergänzt Schulsozialarbeiterin Anika Ferdinand. Nun hat das Gymnasium neben dem Schulweltladen ein zweites Geschäft, das sich komplett auf fair gehandelte Produkte spezialisiert hat. Durch dieses Projekt sollen die Schüler sowohl lernen, mit Geld umzugehen, als auch in einem Team zusammenzuarbeiten. Acht Mädchen und Jungen zwischen 14 und 15 Jahren leiten nun ein richtiges Unternehmen. „Wir sind froh, dass mittlerweile alle Produkte, die wir verkaufen, entweder aus Bio-Anbau oder fair gehandelt sind“, sagte die 15-jährige Leonie Schulte stolz. Ganz alleine konnten die Jugendlichen alle notwendigen Mittel aber nicht auftreiben. „Wir haben zwei Förderer, von denen wir Kaffeemaschinen und ein bisschen Startkapital gesponsort bekamen“, erklärte Langkau. Ohne Gegenleistung bekamen sie die Hilfen aber nicht, sie mussten ihr Konzept in Präsentationen vorstellen. Dadurch lernen die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen. „Ich bin stolz auf die Acht, dass sie alles allein organisiert haben, jetzt müssen wir abwarten, wie das Geschäft läuft“, sagte Langkau. Jeweils Montag, Mittwoch und Freitag wird die Breakstation von nun an den Schülern des Gymnasiums in den großen Pausen frisch gebrühten Kaffee und heißen Tee servieren. Und nebenbei etwas Gutes für die Umwelt tun.
Marie Boywitt