Schulsanitätsdienstwettbewerb
Dieser Text von Nadja Hoffmann erschien am 14.07.2025 im Nordkurier.
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Blut, Brüche, Bewusstlose: So hart trainieren Nachwuchs-Ersthelfer
Sie retten, bevor der Rettungswagen kommt: Beim Schulsanitätswettbewerb in Schwerin zeigten 14 Teams Einsatz und Können in simulierten Notfällen.

Alle „Verletzten“ wurden von ehrenamtlichen Helfern realitätsnah dargestellt. (Foto: maxpress/Steffen Holz)
Die Tür schlägt auf, zwei Schüler rennen los, knien sich neben eine bewusstlose Frau. „Atmung prüfen, stabile Seitenlage“, ruft Raphael Hartig seinem Team zu. Ein Kleinbus ist gegen einen Baum geprallt – sieben Verletzte, vier Ersthelfer, 15 Minuten Zeit. Zum Glück ist alles nur gestellt. Doch der Ernst hinter der Übung ist spürbar: Beim Schulsanitätswettbewerb des DRK-Kreisverbandes Schwerin zeigen 14 Teams aus Schwerin und Stralendorf, was sie in Erster Hilfe draufhaben.
Von Grillunfall über Treppensturz bis hin zum Rausch
„Die Schüler wussten bis zum Start nicht, welche Notfälle sie erwarten“, erklärt Jens Leupold, Geschäftsführer des DRK Schwerin. Selbst die Schiedsrichter erfuhren erst am Morgen, welche Situationen gestellt werden – von Grillunfall über Treppensturz bis hin zu Jugendlichen im Drogenrausch.

Raphael Hartig (vorn) vom Goethe-Gymnasium versorgt eine junge Frau, nachdem er sie in die stabile Seitenlage gebracht hat. (Foto: maxpress/Steffen Holz)
Insgesamt 14 Stationen hatten die Nachwuchssanitäter rund um das Fridericianum und in der Marienplatz-Galerie am Wochenende zu meistern. Bewertet wurden nicht nur fachliche Abläufe, sondern auch Teamarbeit, Kommunikation und soziale Kompetenz.
15 Minuten mit einem aggressiven, vielleicht unkooperativen Verletzten sprechen – das fordert Nerven und Einfühlungsvermögen, so Daniela Dröse vom DRK, die sonst im Kreisauskunftsbüro.
“Die Jugendlichen üben regelmäßig und haben eine viel größere Routine als die meisten Erwachsenen bei der Ersten Hilfe.” – Jens Leupold, Geschäftsführer des DRK Schwerin
Maja Schmidt und ihr Team aus dem Fridericianum haben das hier gut gemeistert. „Die Jugendlichen üben regelmäßig und haben eine viel größere Routine als die meisten Erwachsenen bei der Ersten Hilfe. Sie handeln einfach und das ist genau richtig in Notfallsituationen“, beschreibt Jens Leupold die Professionalität der jungen Sanis.
Die meisten von ihnen lassen sich mindestens alle zwei Wochen nach dem regulären Stundenplan in Erster Hilfe unterrichten. Viele von ihnen entscheiden sich auch im Erwachsenenalter weiterzumachen und beispielsweise beim Rettungsdienst beruflich Fuß fassen.
Meike Papenhagen besucht die neunte Klasse des Schulzentrums in Stralendorf. „Ich bin schon seit zwei Jahren Schulsanitäterin und habe eine Reihe Einsätze an meiner Schule gehabt“, erzählt sie. Für sie und ihr Team hieß es, die Verletzten eines Treppensturzes zu versorgen.

Auch die richtige Ausführung der Herz-Druck-Massage war Bestandteil des Wettbewerbes. (Foto: maxpress/Steffen Holz)
Teamgeist und Erste Hilfe auf dem Prüfstand
Erste Hilfe heißt heutzutage nicht nur, die richtigen medizinischen Entscheidungen zu treffen, sondern auch soziale Kompetenz zu beweisen. Was also tun, wenn sich Unfallverursacher und -Opfer noch beschimpfen?
Die Streithähne trennen und mit etwas Abstand versorgen, so hat es das Sani-Team der IGS Bertolt Brecht an der Station mit dem Fahrradunfall entschieden. Jana kümmert sich um den verunfallten Radfahrer, Leon um die schimpfende Fußgängerin und ihre Abschürfungen an Arm und Kopf.

Das Sani-Team der IGS Bertolt Brecht kümmerte sich konzentriert um die Verletzung des Radfahrers, während der Schiedsrichter (l.) auf die Abläufe der Helferinnen schaut. (Foto: maxpress/Steffen Holz)
Am Ende waren sich alle einig: Ohne Teamarbeit geht nichts. Bei der Siegerehrung in der Klassenstufe 8 bis 12 jubelte das Team vom Fridericianum und holte in der Gesamtwertung die meisten Punkte. Bei den Jüngeren der Klassenstufe 5 bis 7 siegte das Team vom Goethe-Gymnasium.
„Ihr setzt eure Freizeit für das Ehrenamt ein, das ist großartig“, sagt Christoph Roettig vom Fridericianum. Und Nanne Schumann von der Schweriner Berufsfeuerwehr ergänzt: „Ich war selbst mal Schulsanitäterin. Ihr seid heute eine riesige Hilfe für die Rettungskräfte.“