Schwerin: Georgs neue Heimat
14-Jähriger aus Usbekistan gehört zu 106 neuen deutschen Staatsbürgern
ALTSTADT Mit eineinhalb Jahren ist Georg mit seinen Eltern aus Usbekistan nach Schwerin gekommen. Jetzt hat er einen deutschen Pass. „Deutschland ist meine Heimat – ich spreche bestimmt besser Deutsch als Russisch“, sagt der Schüler der 8. Klasse des Fridericianums. So wie Georg haben im vergangenen Jahr weitere 105 Ausländer einen deutschen Pass bekommen. Sie alle wurden von der Oberbürgermeisterin mit einer kleinen Einbürgerungsfeier im Rathaus begrüßt. Aus insgesamt 23 Ländern kamen die Neubürger, darunter nicht nur aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion und aus EU-Ländern, sondern auch aus China, Uruguay und Togo, sowie vom Balkan, aus Ägypten oder Israel. „Die Gründe, deutsche Staatsbürger zu werden, sind sehr vielfältig“, sagt die Chefin der Ausländerbehörde, Andrea Eichstädt. „Vor allem Ältere wollen hier wählen können, Jüngeren geht es wie Georg – für sie ist Deutschland längst Heimat geworden.“ Und einen zog die Liebe nach Schwerin – den Mann aus Uruguay. Die Einbürgerungszahlen liegen in der Landeshauptstadt schon seit einigen Jahren höher als im Bundesdurchschnitt. Fast drei Prozent der in Schwerin lebenden Ausländer haben 2012 einen deutschen Pass bekommen. Im bundesdeutschen Durchschnitt waren es weniger als zwei Prozent. Gründe dafür konnte Andrea Eichstädt nicht nennen. „Bei uns werden die Anträge genauso gründlich geprüft, wie anderswo auch.“ Eine doppelte Staatsbürgerschaft haben die wenigsten Migranten. „Im vergangenen Jahr waren es weniger als fünf.“
gest