Sichere Schulwege mit Radentscheid
Bei Fragebogen-Aktion vom Radentscheid werden in einem ersten Schritt Schweriner Schüler interviewt
Christian Koepke
Mehr Sicherheit für Kinder auf dem Weg zur Schule ist das Ziel des Projektes „Klimafreundlich mit dem Rad zur Schule in MV“, initiiert vom Schweriner Radentscheid. Schüler sollen sagen, wo die Risiken und Schwach stellen auf ihrem Weg zur Schule sind. Fachleute werten die Umfrageergebnisse aus, um Vorschläge für konkrete Maßnahmen abzuleiten. Insgesamt zehn Schulen machen mit, aus Schwerin, aber auch aus Parchim und Ludwiglust. Die jeweiligen Kommunen sitzen ebenfalls mit im Boot. „Um das Projekt durchzuführen, haben wir 150000 Euro zur Verfügung“, sagt Marleen Kröner vom Radentscheid. 120 000Euro stelle das Land bereit,30 000 Euro habe der Radentscheid bei Stiftungen und den beteiligten Städten für das Vorhaben eingeworben. Die Bertolt-Brecht-Schule auf dem Großen Dreesch, die Werner-von-Siemens Schule in Lankow, das Goethegymnasium in der Weststadt sowie die Niels-Stensen-Schule und das Fridericianum in der Feldstadt hat der Radentscheid für das Projekt „Klimafreundlich mit dem Rad zur Schule in MV“ gewinnen können. „Wir bilden so einen großen Teil des Stadtgebietes ab“, betont Kröner. Wie kommst Du zur Schule? Hast Du ein Fahrrad? Warum benutzt Du es vielleicht nicht? Was fällt Dir auf Deinem Schulweg auf? So oderähnlich lauten die Fragen, die die Schüler im ersten Schritt des Projektes beantworten sollen. Anschließend wird die Situation vor Ort noch einmal nach objektiven Kriterien bewertet. Die Ergebnisse werden dann aufbereitet und zurück in die Schulen getragen, wo die Schüler unter fachkundiger Anleitung an der Entwicklung von Maßnahmenmitarbeiten sollen, durch die die Verkehrssituation gezielt verbessert wird. „Für die Kinder ist das eine tolle Möglichkeit, ihr schulisches Umfeld mitzugestalten und erste Kenntnisse in der Verkehrsplanung zu gewinnen“, sagt Kröner. Verantwortlich für die Befragungen und die fachliche Betreuung des Projektes ist das Planungsbüro Bueffee aus Wuppertal, das nach Angaben von Kröner das schulische Mobilitätsmanagement in der Forschung, Fortbildung und praktischen Umsetzung seit 20 Jahren maßgeblich mitprägt. Unterstützt werden die Wuppertaler von der IGS Ingenieurgesellschaft Stolz aus Berlin und Neuss, das die Bestandserfassung, die Abstimmung mit den Kommunen und die Koordination mit den beteiligten Schulen übernimmt. Die Stadt unterstützt das Projekt des Radentscheids und hat das Thema Schulwegsicherheit im Blick, unterstreicht Dr. Bernd-Rolf Smerdka, Leiter des Verkehrsmanagements in Schwerin. So sei etwa die Situation bei der Nordlichter Grundschule am Ziegelseeverbessert worden, unteranderem durch bessere Beleuchtung und Beschilderung. „Beim Weststadt Campus haben wir die Zuwegung verändert“, berichtet Smerdka. Um auch an anderen Schulen die Sicherheit durch kleinere Maßnahmenwie Markierungen oder das Aufstellen von Schildern zu erhöhen, stehe Geld zur Verfügung. Einbezogen in das Projekt „Klimafreundlich mit dem Rad zur Schule in MV“ ist auch die Polizei. Die Zahl der Unfälle, die Kinder unter 15Jahren mit dem Fahrrad auf dem Schulweg im vergangenen Jahr in Schwerin gehabthätten, liege zwar im einstelligen Bereich, sagt Polizeisprecherin Juliane Zgonine. Trotzdem sei es notwendig, die Verkehrsteilnehmer immer wieder für das Thema zu sensibilisieren. Nicht von ungefähr führe die Polizeiregelmäßig auch Kontrollen vor den Schulen durch, so Zgonine. „Ein sicherer Schulweg ist wichtig, um die Kinder in ihrer Entwicklung hin zur Selbstständigkeit zu unterstützen“, erklärt Madleen Kröner die Motivation für das Förderprojekt, das im Herbst 2023 abgeschlossen sein soll. „Normalerweise wird ein solches Projekt ja von den Kommunen beauftragt, aber wir haben die Initiative ergriffen, weil wir wollen, dass etwas passiert.“

Fahrräder werden in Schwerin immer beliebter. Foto: Sarah Heider